Aus dem ehemaligen Rapper Jonesmann wurde der Sänger Samson Jones. Mit der EP “Sehnsucht” und dem dazugehörigen Video machte Samson in der letzten Woche auf sich aufmerksam. Zeit für uns ein paar Fragen zur neuen EP, zum angekündigten Album und zu einem ominösen Buch zu stellen.
Erst mal „Hallo“ Samson, „Jonesmann“ darf man wahrscheinlich nicht mehr zu dir sagen, oder?
J: Naja, nicht mehr wirklich.
Du hast mit dem Namenswechsel das Rappen ja mehr oder weniger aufgegeben. Ist das eine definitive Sache? Wirst du nie wieder rappen?
J: Ja ich will jetzt nicht sagen, dass ich nie wieder rappe. Ich konzentriere mich im Moment auf den neuen Weg mit Samson Jones. Ich will mit dem neuen Namen nur zeigen, dass ich jetzt der Sänger bin und den RnB-Pop-Weg durchziehe. Ob ich jetzt nochmal als Jonesmann ins Studio gehe glaube ich jetzt eher nicht, aber ich will jetzt auch nicht sagen, dass ich nie wieder irgendwo einen Part rappe.
Es ist für mich halt so ein rigoroser Schritt den Namen zu wechseln. Du hast dir als Jonesmann schon einen gewissen Namen gemacht, stehst für eine bestimmte Art von Musik, hast ein Publikum und als Samson ist es wie ein Neustart, du musst die Leute erst wieder für dich gewinnen…
J: Das stimmt allerdings. Ich hoffe jedoch, dass die erste Pressemitteilung in der es hieß, dass Jonesmann zu Samson Jones wird eine Menge Fans und Leute, die eben Jonesmann gefeiert haben erreicht hat. Durch „Sehnsucht“, auf das eben viele Jonesmann-Fans gewartet haben und was jetzt eben unter Samson Jones releast wird, denke ich hat man schon eine solide Basis an Leuten. Klar, viele Leute die nicht im Internet sind und diese News nicht verfolgt haben, sich jetzt über die Sache mit dem Namen wundern, ist es natürlich schwierig. Ich denke aber, dass sich das alles in den nächsten Monaten rumspricht und es dann der Letzte in vielleicht spätestens einem halben Jahr mitbekommen hat, dass ich, Samson Jones, eben der Jonesmann war.
Du hast die RnB-Geschichte ja schon länger verfolgt, Sachen gesungen, wie ist damals eigentlich die Entscheidung gefallen nicht nur zu rappen? Gab es ein prägendes Erlebnis, dass dich dazu bewogen hat auch mal eine Hook zu singen oder eben ein ganzes Lied?
J: Früher als ich noch mit den Chabs unterwegs war, mit Jeyz und so, also fast vor 20 Jahren, hab ich schon viel RnB gehört. Ich wollte meine Rap-Sachen aber eigentlich ohne gesungene Hooks haben, ich wollte lange Zeit diesen Underground-Film fahren. Ich war vom Gesang natürlich auch ab und an geflasht, mein Rap sollte aber immer „raw“ bleiben. Mit der Zeit hat sich das dann aber gewandelt. Im Studio hab ich, als die anderen geschrieben haben, ab und an angefangen zu summen und zum Beat zu singen. Dann haben mich ein paar Leute natürlich komisch angeschaut so wie „was geht’n mit dem ab?“. Irgendwann hab ich dann halt mal eine Hook gesungen und die Leute haben gesagt, dass es gar nicht schlecht sei was ich da gemacht hab, also hab ich dann mal für einen Song eine komplette Hook übernommen. Dann kam diese Jonesmann Solo-Phase und ich hab angefangen meine Hooks selber zu singen, Leute kamen auf mich zu, wollten Hooks von mir haben. So bin ich langsam in das Ganze reingewachsen, das Singen kam einfach aus mir raus. Irgendwann kam dann der Tag wo ich mit Lex Barkey im Studio einen RnB-Song aufgenommen hab. Es war also ein langer Prozess von der ersten Hook, zum ersten Part bis hin zum ersten Song. Natürlich hat es dann auch noch eine Weile gedauert bis ich einen Song so gesungen habe, dass ich mich getraut habe ihn zu releasen.
Hast du eigentlich eine Gesangsausbildung?
J: Nein, leider nicht. Ich hatte ein paar Gesangsstunden, aber das waren wirklich nicht viele. Vielleicht war ich vier oder fünfmal bei einer Gesangslehrerin, die auch sehr gut ist. Vielleicht mach ich da in Zukunft mal noch mehr, hätte ich auf jeden Fall auch noch nötig (lacht). Es hilft einem natürlich im Studio, das man da noch mehr machen kann und weiter kommt, aber auch vor allem live. Ich hatte ja jetzt noch nicht die Über-Shows…wenn man in einem kleinen Club auftritt und nur ein Clubset spielt, merkt man nicht dass man noch nicht so weit ist. Wenn man dann aber einen richtigen Auftritt, in einer großen Location, vielleicht sogar noch mit einer Band hat, dann stößt man denke ich schnell an seine Grenzen.
Du kennst ja jetzt sowohl die Rapper-, als auch die Sängerseite. Unterscheiden sich die Arbeitsweisen der beiden Rollen und wenn ja wie sehr?
J: Eigentlich nicht. Ich sitz genauso im Studio, bekomme Beats von verschiedenen Leuten zugeschickt, hör mir die an, geh verschiedene Ordner durch, flash dann auf einen Beat, bleib auf dem hängen und fang an zu schreiben. So war es beim Rap eigentlich auch, nur das ich heute versuche themenmäßig anders an die Sache heranzugehen. Das liegt aber vielleicht auch einfach daran das ich erwachsener bin und bestimmte Sachen anders beschreibe. Ich rede nicht mehr wie ein Jonesmann früher geredet hat, sage nicht mehr alles wie ich es früher gesagt habe. Ich versuche in manchen Dingen einfach vorsichtiger zu sein und mehr darüber nachzudenken.
Galt diese Herangehensweise auch den Themen auf der neuen EP?
J: Naja die EP ist ja jetzt nicht so entstanden das ich mir gesagt habe „Ich mach jetzt eine EP“. Wir wollten halt „Sehnsucht“ releasen und ich hab noch ein paar Songs von meinem Album dazu gepackt. Da waren fertige Songs, von denen ich eben einfach ein paar gepickt habe. Für die EP hab ich in dem Sinne nicht gearbeitet, sondern Songs zusammengeworfen und geguckt das alles passt.
Dann beschreib doch den Leuten, die die EP noch nicht gehört haben, kurz die Themen die du darauf behandelst.
J: Naja in „Sehnsucht“ geht es natürlich um Sehnsucht. Sehnsucht zu einer Frau, zu der man mehr oder weniger eine Beziehung hat, die man immer mal wieder sieht, immer mal wieder trifft, krasse Gefühle die auf einen eindreschen, wenn man ständig auf ein Wiedersehen hofft. Das war ein Kapitel aus dem Buch von Olaf Klein, was ich nur wiedergegeben und mit meinen Worten interpretiert hab. „Bis ans Meer“ ist ein sehr deeper Song, wo ich über einen guten Freund schreibe der sehr tief fällt. Ich rede ihm dann gut zu und spreche über seine Lage, weil es ihm nicht gut geht, er stolpert so durchs Leben. Ich sage ihm dann man kann es schaffen, aus dem Dschungel bis ans Meer. „Mein Star“ ist mehr so der 90er-Style RnB-Song in dem es um eine geile Frau geht. Das war einer meiner ersten Songs den ich überhaupt aufgenommen habe, das ist jetzt vielleicht so fünf bis sechs Jahre her. Ich hab schon immer überlegt ob ich den jetzt releasen soll oder nicht und bei der EP hab ich dann nicht gezögert. Lex hat den nochmal überarbeitet. „So viel“ ist dann schon fast ein Hip-Hop-Banger, wo man den alten Jones noch durchhört. Hier geht es einfach um meine Liebe zur Musik, das ich mich daran immer festhalten kann, daran klammer. Ich erzähl einfach wie sehr ich sie liebe.
Kannst du zu dem Buch von Olaf Klein etwas sagen?
J: Olaf schreibt an einem schönen Buch, zu dem er einen Soundtrack machen will, wo ein Rapper oder Sänger einen Song zu einem Kapitel schreibt. Das ganze zieht sich schon länger, „Sehnsucht“ und das Video dazu ist ja auch schon wieder ein Jahr alt. Zu dem Buch an sich kann ich dir jetzt nicht so viel erzählen, ich hab halt nur das eine Kapitel gelesen, zu dem ich meinen Song geschrieben habe. Olaf hat gemeint er braucht noch ein bisschen, findet gerade auch keinen Verlag, also haben wir uns gedacht releasen wir den Song einfach schon mal. Da ich für die Arbeit an meinem Album eben auch noch etwas Zeit brauche, ist der Release der EP denke ich eine gute Sache. So bekommen die Samson-Jones-Fans schon etwas Material und Olaf etwas Aufmerksamkeit für sein Buch-Projekt.
Der Song „Sehnsucht“ ist schon etwas älter, das Video wie du sagtest auch schon…wann habt ihr das denn gedreht?
J: Letztes Jahr im Herbst glaube ich.
Habt ihr das alles also zurückgehalten, weil ihr dachtet das Buch wird bald fertig?
J: Ich will jetzt nicht zu viel erzählen oder mutmaßen, aber ich denke dass Olaf schon gedacht hat, dass sein Buch schneller fertig wird. Deswegen haben wir natürlich mit dem Release gewartet und alles lag halt erst mal rum. Wir haben dann mit Olaf nochmal gequatscht und er hat gemeint, dass es mit der Verlagssuche noch etwas länger dauert, so dass wir entschieden haben den Song jetzt schon zu releasen. Vielleicht gibt es dem Projekt ja auch einen Schub und es geht wieder voran…
Die EP wird nur digital erscheinen?
J: Ja, auf allen gängigen Plattformen, wo man MP3s kaufen kann.
Hat das mit der allgemein schlechten Lage am Musikmarkt zu tun? Ich freu mich persönlich ja immer bei Vinyl-Versionen.
J: Digital ist einfach ein unkomplizierter, schneller Weg. Für eine EP eine CD zu machen ist heutzutage auch unsinnig geworden. Die meisten Majors machen keine Singles mehr. Die Single kommt digital und das Album meist als physischer Tonträger. Man muss auch darauf achten wirtschaftlich zu arbeiten. Eine EP mit vier Songs als physischen Tonträger zu releasen…da bin ich mir nicht sicher. Digital-Schnell-Boom.
Wie weit bist du denn mit der Album-Produktion? Kann man da eine Prozentzahl nennen, oder kannst du sonst irgendwas verraten?
J: Ich habe viele Songs im Studio liegen und experimentiere in viele Richtungen, wie man auch an der EP schon an einigen Stellen sieht. Ich muss noch ein paar Songs machen, an den vorhandenen hier und da ein bisschen arbeiten. Dann muss ich mich mit mir selbst noch mal unterhalten, mit anderen Leuten reden und dann schauen wir. Dann kann ich auch erst mit News rausgehen und Sachen dazu erzählen.
Letzte Frage dann: Ich hab vorhin bei Youtube noch mal dein Video angeschaut und als Kommentar stand da, dass Fans dich gern beim Bundesvision-Song-Contest für Hessen sehen wollen. Was hältst du davon?
J: Find ich auf jeden Fall cool, dass Leute sowas sagen. Ich hätt auch gern da mitgemacht. Aber das geht glaube ich nur, wenn man ein Künstler ist, der auf einem Major ist und die das dann für einen klar machen. Als ich damals bei Subworld war hat man mich auch angemeldet, aber es hat dann leider nicht geklappt. Es freut mich aber, dass die Leute den Song so feiern, und ich danke auch allen Fans die so hammergeiles Feedback geben. Ich hätte auf jeden Fall sehr gerne beim Bundesvision-Song-Contest mit dem Song mitgemacht.






Er ist das Wunderküken der Berliner Breakdance-Meister Flying Steps. Und mit 18 Jahren bereits einer der besten B-Boys der Welt. Am Mittwoch tritt er beim Red Bull BC One in New York gegen die 15 Größten seiner Zunft an. Im Vorab-Interview spricht der Saarbrücker über sein hartes Training, die koreanische Konkurrenz und NYC-Shopping.