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Archive for the ‘Live Reviews’ Category

Splash 2008-Nachbericht

Es ist Zeit das splash! umzubenennen. Schließlich ist das nach dem Umzug auf die Halbinsel Pouch und die Verlegung auf Anfang Juli die einzige Möglichkeit die bleibt, um dem Regen zu entkommen. Pünktlich Freitagabend öffnete Petrus die Schleusen, machte Samstag kurz Pause und sich am Sonntag wieder an die Arbeit. Das Ergebnis waren verkrustete Ones und lachende Gummistiefelhändler. Laufen auf dem Matsch ist nicht einfach und zog einige Opfer nach sich.

Abgesehen vom Wetter erlebten wir aber ein splash! der Extraklasse. Die Big-Names waren alle am Start und gaben sich vornehmlich auch Mühe ihr europäisches Publikum nicht zu enttäuschen. (M.I.A. wurde rechtzeitig durch den live einfach kaum zu toppenden Dizzee Rascal ersetzt) Schon am Freitag war bei Dead Prez, M.O.P. und dem abschließenden Ice Cube Gig Gänsehaut angesagt. Letztgenannter packte nicht nur „It was a good day“, sondern auch die alten NWA Kamellen aus, und jeder schwarz gekleidete Compton Fan war zufrieden. Ob der ganz in weiß erschienene Samy fleckenlos nach Hause kam darf bezweifelt werden.

Samstag war erschreckend wenig bei Sefyu los, obwohl Staiger mit bestem Schul-Französisch versuchte die Masse zu begeistern. Wer sich trotz der frühen Startzeit von 17:30 vor die Mainstage schleppte wurde nicht enttäuscht und mit vielen Tracks vom neuen Album „Suis-je le gardien de mon frére?“ belohnt. Vor allem „Au pays du zehef“ entpuppte sich als Live-Bombe. Auf wen an dem Tag aber alle gewartet haben war eigentlich von vornherein klar. Jay-Z in Deutschland ist nicht unbedingt alltäglich und so bot sich nach einem Blick auf die Videoleinwand auch das umwerfendste Bild der Massen, die wirklich alle auf dem Festival waren. Hightlight im deutschsprachigen Sektor waren an diesem Tag vor allem Leipzigs Morlockk Dilemma und die Kölner Huss & Hodn. Wem der Jay-Z Auftritt zu professionell durchgestylt war, der konnte bei den zwei Acts Emotionen pur tanken, deren Freude über die gefüllten Zelte war bis in die letzte Reihe zu spüren.

Am Sonntag hatten es Damion Davis und Sera Finale wirklich schwer die Zuschauer in den Regen zu locken. Als Casper die Mainstage erklomm hörte es endlich auf, das Gelände war jedoch nicht mehr zu retten: Bei den Looptroop Rockers musste die Menge im Schlamm tanzen. Erstaunlich wie gut deren neue Platte live funktionierte. Mindestens so gut wie die der Orsons. Im knackevollen Arubazelt wurde deren Choreo gefeiert bis zum geht nicht mehr. Auf jeden Fall was für den nächsten Dome. Bei D.I.T.C. war dann Gänsehaut pur angesagt. Nicht nur beim Publikum denke ich. Als das gesamte Zelt „Fuck New York“ propagierte klickten auch bei der Band die Digicams. Bei den Majors waren leider viel zu wenig Leute am Start, was vielleicht auch daran lag, das der Sound im Samoa Zelt nicht ganz so prall war. Eher blechern. Schlecht für HipHop. Jan Delay dann als würdiger Abschluss des Wochenendes, kennt man ja aus den Vorjahren. Alle sollen schließlich beseelt lächelnd nach Hause kommen oder friedlich die letzte Nacht im Zelt verbringen. Hat geklappt. Bis nächstes Jahr.

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14 Jul 2008

splash! feiert seinen 11.

Author: holzkohle | Filed under: Live Reviews, Reviews

Sugar Hill -Live 2008

Wenn man eine Tour die “Hip Hop Anniversary” Tour nennt, klingt das nach der guten alten Zeit. Das klingt nach „damals“, nach Bboy-Circles und Barbecue. Nach genau den Leuten die hier auf dem Programm standen. Alte Opas eigentlich schon, wenn man mit den heutigen schnellen Maßstäben misst. Kurtis Blow, Mr. Basketball, der Typ mit den Breakes. Die Sugar Hill Gang, zusammengecastet, wahrscheinlich nicht mit den dicksten Styles ausgestattet, aber immerhin mit dem ersten, wirklich chartenden HipHop-Hit. Und DJ Grand Wizard Theodore, vielen vielleicht aus „Wildstyle“ bekannt. Jemand vergessen? Ach ja Melle Mel, einer der furiosen 5, die Grandmaster Flash um sich versammelte.

Wenn also diese Urgesteine zum Tanz bitten, lässt man sich nicht lang bitten, sondern man schnallt die Converse unter und erscheint. Und hofft, dass die angekündigten Acts auch erscheinen. Ist ja leider so das gerade bei solch überfüllten Tourplakaten der ein oder andere Act einfach mal zu hause bleibt und der Veranstalter hofft, dass es keiner merkt und die die es merken zumindest nicht aufmucken. Hier aber war alles wie versprochen. Und das Conne Island war packed, man. Nachdem Grand Wizard Theodore seine Skills zum Besten gab, erschien Kurtis Blow zusammen mit der Air Force Crew aus LA und brachte die gute alte Zeit zurück. Nicht ein Hit wurde ausgelassen und man sah Mr. Blow an, das auch er sichtlich Spaß daran hatte für ein Publikum zu performen, das seine Tracks zu schätzen weiß. Bei der nachfolgenden Sugar Hill Gang bin ich mir dabei allerdings nicht so sicher. Auch wenn „Apache“ oder „Rappers Delight“ Hymnencharakter haben, so reicht es doch nicht sie einfach runterzuspielen und die Musik den Rest machen zu lassen. Da kann man sich das Zeug auch auf Platte anhören. Was bei „White Lines“, welches zusammen mit einem sehr kaputt wirkenden Wrestling-Halb-Profi Melle Mel zum Besten gegeben wurde, auch keinen Unterschied gemacht hätte. Playback im HipHop braucht kein Mensch. Als die als New Shit an-gekündigte Latinotrenduntersuchung zu viel wurde, hab ich mich lieber zum Barbecue gestellt und auf die Breakbeats der Aftershow-DJs gewartet. Man sollte nicht in der Vergangenheit leben, aber auch nicht krampfhaft versuchen sich der neuen Zeit anzupassen

Schade das die Sugar Hill Gang den positiven Vibe der Kurtis Blow Show etwas zerstört hat. Hier wäre ein Headliner-Tausch angebracht, dann geht auch niemand mit Bauchschmerzen nach hause. Und die kamen nicht vom BBQ!

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9 Mrz 2008

HipHop Anniversary Tour 2008

Author: holzkohle | Filed under: Live Reviews, Reviews

Die fantastischen Vier-Fornika für dich

Zwischen VFB-Meisterfeier und G8-Konzert liegt Tröglitz. Zumindest für die Fantastischen Vier…

Die ließen sich es nicht nehmen ihre Fornika-Club-Tour in diesem beschaulichen Ort zu beschließen und den Fans ihr neues Album näher zu bringen. Das sie sich dafür diesen Ort, mit seinen insgesamt wohl an die 3000 Einwohnern ausgesucht haben, zeugt entweder von großer Experimentierfreude oder Unwissenheit. Oder einer Mischung aus Beidem. Denn selbst unter den Ortsansässigen hielten sich bis zum ersten Takt der „Mission Ypsilon“ die Zweifel „Ob sie denn wirklich kommen?“.

Und ja, sie kamen. Und hinterließen nach einer 2-Stündigen Show die zwischen alten Gassenhauern a la „Tag am Meer“ und neuen Chartstürmern wie „Einfach sein“ pendelte, durchweg glückliche Gesichter. Das vom Durchschnittsalter sehr indifferente Publikum spaltete sich denn auch in Leute die wegen „den alten Sachen“ vorbeikamen, Leute die „Fornika den ganzen Tag rauf und runter hören“ und Leute die „einfach mal so gucken wollten“. Ja, auch solche gab’s, in Tröglitz sind Konzerte dieser Art eben außergewöhnlich. Und so schaute man beim verlassen der Location auch ungläubig und belustigt über die Tourankündigungen anderer Künstler die bald zu erwarten sind: Zwischen dem Abi-Ball einer lokalen Schule und Gunter Emmerlich hatten die Fanta 4 eigentlich nix zu suchen. Umso besser das die Hütte trotzdem gut besucht war und zu feiern wusste. Lag aber bestimmt auch an den Fantas selbst, die ja nun auch schon einige Jährchen an Bühnenerfahrung und Entertainment-Schule auf ihrem Buckel haben.

Und so stellten sich auch die Tracks des neuen Albums, auf denen der Focus ja primär lag, als live-kompatibel heraus. Ab November dann statt „Fornika für dich“ die „Fornika für alle“ Tour. Zu jener Zeit anstelle einer „Stadt die es nicht gibt“ in Großstädten und noch größeren Hütten. Besser kann’s eigentlich trotzdem nicht mehr werden.

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4 Jun 2007

Die Fantastischen Vier-Fornika für Dich – Tour 2007

Author: holzkohle | Filed under: Live Reviews, Reviews
Um 50 Cent zu sehen muss man rund 50 Euro auf den Tisch legen. So ist das heutzutage. Was Menschen aus älteren Generationen vielleicht nicht mehr nachvollziehen können, feiern die Kids von heute bis auf den letzten Cent des Taschengeldes. So auch am 7. Juni in Stuttgart in der umgetauften Porsche Arena (ehemals Hans-Martin-Schleyer-Halle).
Die nicht komplett ausverkaufte Halle wurde von gut 9000 Fans in übergroßen G-Unit-Shirts, Schmuckattrappen und standardisierten Kopfbedeckungen gefüllt. Viele sind dank ihres noch recht jungen Alters mit Eltern und Geschwistern angereist. Ein schöner Familienausflug zum 50 Cent Konzert eben.
Den undankbaren Anfang machte Bass Sultan Hengzt, der zusammen mit den Nürnbergern Automatikkk dem Publikum so richtig einheizen wollte. Leider ist aus diesem Vorhaben nichts geworden. Die Ferkelrhymes wurde nicht gefeiert, sondern mit heftigen Buhrufen diskreditiert. Auch die Schar von Eltern, welche sich um meinen edlen Sitzplatz reihten, waren von Tracks wie „Gangbang“ eher irritiert als begeistert. Der leicht angetrunkene Hengzt erzählte witzige Anekdoten aus seinem Touralltag mit 50 Cent, um die Stimmung noch ein wenig aufzulockern. Doch gut gemeint ist halt nicht gleich gut. Nach einer halben Stunde Berliner Schnauze voller Bushido-Hetze, Mittelfingereskapaden und, und, und ging es so langsam auf den Grund für diesen Abend zu.
Die 50 Cent-Show wurde durch einen kleinen Kurzfilm, der Fiftys Lebensgeschichte bis zum heutigen Tage zusammenfasste, eingeleitet. Dann knallten auch schon die ersten Schüsse, welche von DJ Whoo Kid abgeschossen wurden, durch die Boxen und 50 Cent enterte gemeinsam mit seinem Protegé Young Buck die Stuttgarter Bühne. Sein erstes Stück „What Up Gangsta“ wurde so heftig mitgegröhlt und frenetisch bejubelt, dass man bei dieser großen Menge an begeisterten Menschen fast schon beeindruckt von Fiddys Auftreten war.
Minute für Minute wurden die größten Hits, darunter auch ein paar seiner G-Unit-Kollegen, runtergeleiert. Die meisten Songs wurden jedoch nicht mal voll ausgespielt. Teils Live, teils Halbplayback und teils Vollplayback. Olivia, die sich ab und an auch mal die Ehre gab, durfte sogar komplett von CD rappen und singen.
70 Minuten gönnte uns 50 Cent für die 50 Euro. Eine kurze Show mit vielen „G-G-G-Unit“-Rufen, mit mehr Schüssen als im Irak, mit zwei Klamottenwechseln und ohne Zugabe. Am Ende warf er zwar noch seine Handtücher, Schuhe, Hemden und Mützen ins Publikum, doch die 10 Glücklichen machen keine 8990 leicht verarschten Fans froh. Recht angepisst von dem abrupten Ende ohne jeden Zusatz marschierten die Kids, Eltern und HipHops Richtung Ausgang.
An den Merchandise-Ständen, welche strategisch gut platziert wurden, wurde Fifftys halbherziger Einsatz aber gleich wieder vergessen. 30 Euro für ein T-Shirt schien ein gutes Geschäft zu sein, wenn man die Eltern mit dickem Geldbeutel schon mal dabei hatte.
Was uns 50 Cent da bot war keine 50 Euro wert. Warum gibt sich ein Künstler von diesem Kaliber Live keine Mühe mehr? Draußen wurden dann noch Flyer für ein anstehendes Pastor Troy Konzert in Darmstadt verteilt. Schade, dass die meisten der Flugblätter eher auf dem Boden, statt in der Hosentasche landeten.
50 Cent-FotoUm 50 Cent zu sehen muss man rund 50 Euro auf den Tisch legen. So ist das heutzutage. Was Menschen aus älteren Generationen vielleicht nicht mehr nachvollziehen können, feiern die Kids von heute bis auf den letzten Cent des Taschengeldes. So auch am 7. Juni in Stuttgart in der umgetauften Porsche Arena (ehemals Hans-Martin-Schleyer-Halle).
Die nicht komplett ausverkaufte Halle wurde von gut 9000 Fans in übergroßen G-Unit-Shirts, Schmuckattrappen und standardisierten Kopfbedeckungen gefüllt. Viele sind dank ihres noch recht jungen Alters mit Eltern und Geschwistern angereist. Ein schöner Familienausflug zum 50 Cent Konzert eben.
Den undankbaren Anfang machte Bass Sultan Hengzt, der zusammen mit den Nürnbergern Automatikkk dem Publikum so richtig einheizen wollte. Leider ist aus diesem Vorhaben nichts geworden. Die Ferkelrhymes wurde nicht gefeiert, sondern mit heftigen Buhrufen diskreditiert. Auch die Schar von Eltern, welche sich um meinen edlen Sitzplatz reihten, waren von Tracks wie „Gangbang“ eher irritiert als begeistert. Der leicht angetrunkene Hengzt erzählte witzige Anekdoten aus seinem Touralltag mit 50 Cent, um die Stimmung noch ein wenig aufzulockern. Doch gut gemeint ist halt nicht gleich gut. Nach einer halben Stunde Berliner Schnauze voller Bushido-Hetze, Mittelfingereskapaden und, und, und ging es so langsam auf den Grund für diesen Abend zu.
Die 50 Cent-Show wurde durch einen kleinen Kurzfilm, der Fiftys Lebensgeschichte bis zum heutigen Tage zusammenfasste, eingeleitet. Dann knallten auch schon die ersten Schüsse, welche von DJ Whoo Kid abgeschossen wurden, durch die Boxen und 50 Cent enterte gemeinsam mit seinem Protegé Young Buck die Stuttgarter Bühne. Sein erstes Stück „What Up Gangsta“ wurde so heftig mitgegröhlt und frenetisch bejubelt, dass man bei dieser großen Menge an begeisterten Menschen fast schon beeindruckt von Fiddys Auftreten war.
Minute für Minute wurden die größten Hits, darunter auch ein paar seiner G-Unit-Kollegen, runtergeleiert. Die meisten Songs wurden jedoch nicht mal voll ausgespielt. Teils Live, teils Halbplayback und teils Vollplayback. Olivia, die sich ab und an auch mal die Ehre gab, durfte sogar komplett von CD rappen und singen.
70 Minuten gönnte uns 50 Cent für die 50 Euro. Eine kurze Show mit vielen „G-G-G-Unit“-Rufen, mit mehr Schüssen als im Irak, mit zwei Klamottenwechseln und ohne Zugabe. Am Ende warf er zwar noch seine Handtücher, Schuhe, Hemden und Mützen ins Publikum, doch die 10 Glücklichen machen keine 8990 leicht verarschten Fans froh. Recht angepisst von dem abrupten Ende ohne jeden Zusatz marschierten die Kids, Eltern und HipHops Richtung Ausgang.
An den Merchandise-Ständen, welche strategisch gut platziert wurden, wurde Fifftys halbherziger Einsatz aber gleich wieder vergessen. 30 Euro für ein T-Shirt schien ein gutes Geschäft zu sein, wenn man die Eltern mit dickem Geldbeutel schon mal dabei hatte.
Was uns 50 Cent da bot war keine 50 Euro wert. Warum gibt sich ein Künstler von diesem Kaliber Live keine Mühe mehr? Draußen wurden dann noch Flyer für ein anstehendes Pastor Troy Konzert in Darmstadt verteilt. Schade, dass die meisten der Flugblätter eher auf dem Boden, statt in der Hosentasche landeten.
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7 Jun 2006

50 Cent in Stuttgart 2006

Author: Sage | Filed under: Live Reviews, Reviews