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Archive for Juni, 2006

2Mex & Life Rexall are $martyr–Money Symbol MartyrsAus dem Umfeld der Visionaries und der Shape Shifters haben sich diesen Sommer zwei Künstler zusammengetan, um ein ganz eigenes Ding zu drehen: Während 2Mex (Visionaries, SunGodSonz, Of Mexican Descent) seit Jahren in Orange County Heldenstatus als Untergrund MC geniesst, wird der talentierte Produzent Life Rexall aus L.A. zur Zeit als Aufsteiger gehandelt, der kontinuierlich seinen Weg nach oben sucht. Genau diese Mischung verleiht dem vorliegenden Album „Money Symbol Martyrs“, das auf dem musikalisch breit gefächerten Indielabel CornerstorerRAS erscheint, auch diesen speziellen Vibe:
„It’s the perfect storm of lyrical excellence and hard-hitting, yet soulful, beatcrafting with that mass appeal accesibility alongside a true connection to their underground sensibilities.“ Huh? Untergrund und Mass Appeal geht nicht? Scheinbar doch! 2Mex bringt es auf den Punkt: “I’m your favorite gangster emcee’s favorite non-gangster emcee.” Nach zahllose Touren und Gigs mit Leuten wie GZA, Nas, Busta Rhymes, den Beatnuts und all den Long Beach Homies (Dilated Peoples, Jurassic 5), hat 2Mex seine Rapvortrag stets weiterentwickelt und glänzt mit dem typisch Cali-Mexican Rapstyle, den man in übertriebener Perfektion von B-Real kennt. Nur das 2Mex eben auch ganz gut singen kann. So manche Hook wird dementsprechend verarbeitet und hinterlässt bei mir einen sehr angehmen Eindruck. Nochmals bestätigt sich herimit der massentaugliche Anspruch, der aber schnell von Part zu Part durch bodenständig vorgetragenen Backpackrap „neutralisiert“ wird.

Analog hierzu begreife ich Life Rexall’s Beatauswahl: Einerseits finden sich sehr schnell zugänglich Tracks, die mit dicken Bläsern, Streichern, weichen Pianosounds und feminien Vocal Samples gleich ins Blut übergehen. Andereseits haben es auch Stücke auf das Album geschafft, die man eher als deepen stuff beschreiben würde – eher düster bis nachdenklich. Neben Busdriver, Lord Zen und Life Rexall selbst, liefert auch ein fast vergessenes Rap Urgestein noch ein paar Lines ab – Sondoobie zeigt auf „Freeway Series“ dass er’s immer noch kann.

Ein schönes Album, dass weder zu aufdringlich noch zu verquirlt oder gar zu verkopft ums Eck kommt. Passt gut zum Kaiserwetter, passt gut zur ehemaligen Kalifornien Connection des DFB und noch mehr zu einer soliden, aber eben nicht finalen Platzierung bei der WM…

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Um 50 Cent zu sehen muss man rund 50 Euro auf den Tisch legen. So ist das heutzutage. Was Menschen aus älteren Generationen vielleicht nicht mehr nachvollziehen können, feiern die Kids von heute bis auf den letzten Cent des Taschengeldes. So auch am 7. Juni in Stuttgart in der umgetauften Porsche Arena (ehemals Hans-Martin-Schleyer-Halle).
Die nicht komplett ausverkaufte Halle wurde von gut 9000 Fans in übergroßen G-Unit-Shirts, Schmuckattrappen und standardisierten Kopfbedeckungen gefüllt. Viele sind dank ihres noch recht jungen Alters mit Eltern und Geschwistern angereist. Ein schöner Familienausflug zum 50 Cent Konzert eben.
Den undankbaren Anfang machte Bass Sultan Hengzt, der zusammen mit den Nürnbergern Automatikkk dem Publikum so richtig einheizen wollte. Leider ist aus diesem Vorhaben nichts geworden. Die Ferkelrhymes wurde nicht gefeiert, sondern mit heftigen Buhrufen diskreditiert. Auch die Schar von Eltern, welche sich um meinen edlen Sitzplatz reihten, waren von Tracks wie „Gangbang“ eher irritiert als begeistert. Der leicht angetrunkene Hengzt erzählte witzige Anekdoten aus seinem Touralltag mit 50 Cent, um die Stimmung noch ein wenig aufzulockern. Doch gut gemeint ist halt nicht gleich gut. Nach einer halben Stunde Berliner Schnauze voller Bushido-Hetze, Mittelfingereskapaden und, und, und ging es so langsam auf den Grund für diesen Abend zu.
Die 50 Cent-Show wurde durch einen kleinen Kurzfilm, der Fiftys Lebensgeschichte bis zum heutigen Tage zusammenfasste, eingeleitet. Dann knallten auch schon die ersten Schüsse, welche von DJ Whoo Kid abgeschossen wurden, durch die Boxen und 50 Cent enterte gemeinsam mit seinem Protegé Young Buck die Stuttgarter Bühne. Sein erstes Stück „What Up Gangsta“ wurde so heftig mitgegröhlt und frenetisch bejubelt, dass man bei dieser großen Menge an begeisterten Menschen fast schon beeindruckt von Fiddys Auftreten war.
Minute für Minute wurden die größten Hits, darunter auch ein paar seiner G-Unit-Kollegen, runtergeleiert. Die meisten Songs wurden jedoch nicht mal voll ausgespielt. Teils Live, teils Halbplayback und teils Vollplayback. Olivia, die sich ab und an auch mal die Ehre gab, durfte sogar komplett von CD rappen und singen.
70 Minuten gönnte uns 50 Cent für die 50 Euro. Eine kurze Show mit vielen „G-G-G-Unit“-Rufen, mit mehr Schüssen als im Irak, mit zwei Klamottenwechseln und ohne Zugabe. Am Ende warf er zwar noch seine Handtücher, Schuhe, Hemden und Mützen ins Publikum, doch die 10 Glücklichen machen keine 8990 leicht verarschten Fans froh. Recht angepisst von dem abrupten Ende ohne jeden Zusatz marschierten die Kids, Eltern und HipHops Richtung Ausgang.
An den Merchandise-Ständen, welche strategisch gut platziert wurden, wurde Fifftys halbherziger Einsatz aber gleich wieder vergessen. 30 Euro für ein T-Shirt schien ein gutes Geschäft zu sein, wenn man die Eltern mit dickem Geldbeutel schon mal dabei hatte.
Was uns 50 Cent da bot war keine 50 Euro wert. Warum gibt sich ein Künstler von diesem Kaliber Live keine Mühe mehr? Draußen wurden dann noch Flyer für ein anstehendes Pastor Troy Konzert in Darmstadt verteilt. Schade, dass die meisten der Flugblätter eher auf dem Boden, statt in der Hosentasche landeten.
50 Cent-FotoUm 50 Cent zu sehen muss man rund 50 Euro auf den Tisch legen. So ist das heutzutage. Was Menschen aus älteren Generationen vielleicht nicht mehr nachvollziehen können, feiern die Kids von heute bis auf den letzten Cent des Taschengeldes. So auch am 7. Juni in Stuttgart in der umgetauften Porsche Arena (ehemals Hans-Martin-Schleyer-Halle).
Die nicht komplett ausverkaufte Halle wurde von gut 9000 Fans in übergroßen G-Unit-Shirts, Schmuckattrappen und standardisierten Kopfbedeckungen gefüllt. Viele sind dank ihres noch recht jungen Alters mit Eltern und Geschwistern angereist. Ein schöner Familienausflug zum 50 Cent Konzert eben.
Den undankbaren Anfang machte Bass Sultan Hengzt, der zusammen mit den Nürnbergern Automatikkk dem Publikum so richtig einheizen wollte. Leider ist aus diesem Vorhaben nichts geworden. Die Ferkelrhymes wurde nicht gefeiert, sondern mit heftigen Buhrufen diskreditiert. Auch die Schar von Eltern, welche sich um meinen edlen Sitzplatz reihten, waren von Tracks wie „Gangbang“ eher irritiert als begeistert. Der leicht angetrunkene Hengzt erzählte witzige Anekdoten aus seinem Touralltag mit 50 Cent, um die Stimmung noch ein wenig aufzulockern. Doch gut gemeint ist halt nicht gleich gut. Nach einer halben Stunde Berliner Schnauze voller Bushido-Hetze, Mittelfingereskapaden und, und, und ging es so langsam auf den Grund für diesen Abend zu.
Die 50 Cent-Show wurde durch einen kleinen Kurzfilm, der Fiftys Lebensgeschichte bis zum heutigen Tage zusammenfasste, eingeleitet. Dann knallten auch schon die ersten Schüsse, welche von DJ Whoo Kid abgeschossen wurden, durch die Boxen und 50 Cent enterte gemeinsam mit seinem Protegé Young Buck die Stuttgarter Bühne. Sein erstes Stück „What Up Gangsta“ wurde so heftig mitgegröhlt und frenetisch bejubelt, dass man bei dieser großen Menge an begeisterten Menschen fast schon beeindruckt von Fiddys Auftreten war.
Minute für Minute wurden die größten Hits, darunter auch ein paar seiner G-Unit-Kollegen, runtergeleiert. Die meisten Songs wurden jedoch nicht mal voll ausgespielt. Teils Live, teils Halbplayback und teils Vollplayback. Olivia, die sich ab und an auch mal die Ehre gab, durfte sogar komplett von CD rappen und singen.
70 Minuten gönnte uns 50 Cent für die 50 Euro. Eine kurze Show mit vielen „G-G-G-Unit“-Rufen, mit mehr Schüssen als im Irak, mit zwei Klamottenwechseln und ohne Zugabe. Am Ende warf er zwar noch seine Handtücher, Schuhe, Hemden und Mützen ins Publikum, doch die 10 Glücklichen machen keine 8990 leicht verarschten Fans froh. Recht angepisst von dem abrupten Ende ohne jeden Zusatz marschierten die Kids, Eltern und HipHops Richtung Ausgang.
An den Merchandise-Ständen, welche strategisch gut platziert wurden, wurde Fifftys halbherziger Einsatz aber gleich wieder vergessen. 30 Euro für ein T-Shirt schien ein gutes Geschäft zu sein, wenn man die Eltern mit dickem Geldbeutel schon mal dabei hatte.
Was uns 50 Cent da bot war keine 50 Euro wert. Warum gibt sich ein Künstler von diesem Kaliber Live keine Mühe mehr? Draußen wurden dann noch Flyer für ein anstehendes Pastor Troy Konzert in Darmstadt verteilt. Schade, dass die meisten der Flugblätter eher auf dem Boden, statt in der Hosentasche landeten.
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7 Jun 2006

50 Cent in Stuttgart 2006

Author: Sage | Filed under: Live Reviews, Reviews