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Archive for Juli, 2008

Freddie Foxxx-Crazy Like A Foxxx

Ursprünglich 1993 als Demo-Tape für MCA Records aufgenommen, wird „Crazy Like A Foxxx“ nun erneut von Fat Beats als Doppel-Album herausgebracht. Roh, hardcore und kompromisslos präsentiert sich Freddie „echte Kerle stehen nicht auf Männer, sondern auf dicke Hintern“ Foxxx auf den 18 knallharten Golden Age-Bangern dieses Karrieregrundsteins.

Bumpy Knuckles gibt sich als jungen unsympathischen „Haudruff“, der seine Sündenquittung anpreist, als wäre es ein Universitätsdiplom. Doch das soll nicht heißen, dass das Gehörte keinen Spaß machen würde. Im Gegenteil. Das hier ist HipHop wie ihn Gralshüter lieben dürften.

Auf „Crazy Like A Foxxx“ gibt’s Grüße an die Homies im Knast („Jailhouse Rock“), ein verhältnismäßig frisches 2Pac-Feature („Killa“), spritzige Tanzbodenunterhaltung („Funk In Yo Brain“) und eine grandiose Chuck D-Kollabo („Step“). Untermalt wird der ganze Spaß von den boombapigsten Beats, wie sie einem eben nur NY-Hereon wie Showbiz, Lord Finesse oder Buckwild um die Ohren hauen können.

So großen Erfolg wie mit dem 200.000-Einheiten-Kassenhauer „Industry Shakedown“ wird der Fuccchs mit diesem Werk wohl nicht haben. Das wird er sicherlich auch nicht erwarten, denn wahrscheinlich werden nur Fans und Interessierte des New Yorkers zu diesem Frühwerk greifen.

Wer seine alten D.I.T.C.-, Bootcamp- oder Wu-Tang-Platten schon kaputt gehört hat, sollte hier zugreifen. Musik aus der so genannten „guten alten Zeit“.

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29 Jul 2008

Freddie Foxxx-Crazy Like A Foxxx

Author: Sage | Filed under: CD / LP Reviews, Reviews

Splash 2008-Nachbericht

Es ist Zeit das splash! umzubenennen. Schließlich ist das nach dem Umzug auf die Halbinsel Pouch und die Verlegung auf Anfang Juli die einzige Möglichkeit die bleibt, um dem Regen zu entkommen. Pünktlich Freitagabend öffnete Petrus die Schleusen, machte Samstag kurz Pause und sich am Sonntag wieder an die Arbeit. Das Ergebnis waren verkrustete Ones und lachende Gummistiefelhändler. Laufen auf dem Matsch ist nicht einfach und zog einige Opfer nach sich.

Abgesehen vom Wetter erlebten wir aber ein splash! der Extraklasse. Die Big-Names waren alle am Start und gaben sich vornehmlich auch Mühe ihr europäisches Publikum nicht zu enttäuschen. (M.I.A. wurde rechtzeitig durch den live einfach kaum zu toppenden Dizzee Rascal ersetzt) Schon am Freitag war bei Dead Prez, M.O.P. und dem abschließenden Ice Cube Gig Gänsehaut angesagt. Letztgenannter packte nicht nur „It was a good day“, sondern auch die alten NWA Kamellen aus, und jeder schwarz gekleidete Compton Fan war zufrieden. Ob der ganz in weiß erschienene Samy fleckenlos nach Hause kam darf bezweifelt werden.

Samstag war erschreckend wenig bei Sefyu los, obwohl Staiger mit bestem Schul-Französisch versuchte die Masse zu begeistern. Wer sich trotz der frühen Startzeit von 17:30 vor die Mainstage schleppte wurde nicht enttäuscht und mit vielen Tracks vom neuen Album „Suis-je le gardien de mon frére?“ belohnt. Vor allem „Au pays du zehef“ entpuppte sich als Live-Bombe. Auf wen an dem Tag aber alle gewartet haben war eigentlich von vornherein klar. Jay-Z in Deutschland ist nicht unbedingt alltäglich und so bot sich nach einem Blick auf die Videoleinwand auch das umwerfendste Bild der Massen, die wirklich alle auf dem Festival waren. Hightlight im deutschsprachigen Sektor waren an diesem Tag vor allem Leipzigs Morlockk Dilemma und die Kölner Huss & Hodn. Wem der Jay-Z Auftritt zu professionell durchgestylt war, der konnte bei den zwei Acts Emotionen pur tanken, deren Freude über die gefüllten Zelte war bis in die letzte Reihe zu spüren.

Am Sonntag hatten es Damion Davis und Sera Finale wirklich schwer die Zuschauer in den Regen zu locken. Als Casper die Mainstage erklomm hörte es endlich auf, das Gelände war jedoch nicht mehr zu retten: Bei den Looptroop Rockers musste die Menge im Schlamm tanzen. Erstaunlich wie gut deren neue Platte live funktionierte. Mindestens so gut wie die der Orsons. Im knackevollen Arubazelt wurde deren Choreo gefeiert bis zum geht nicht mehr. Auf jeden Fall was für den nächsten Dome. Bei D.I.T.C. war dann Gänsehaut pur angesagt. Nicht nur beim Publikum denke ich. Als das gesamte Zelt „Fuck New York“ propagierte klickten auch bei der Band die Digicams. Bei den Majors waren leider viel zu wenig Leute am Start, was vielleicht auch daran lag, das der Sound im Samoa Zelt nicht ganz so prall war. Eher blechern. Schlecht für HipHop. Jan Delay dann als würdiger Abschluss des Wochenendes, kennt man ja aus den Vorjahren. Alle sollen schließlich beseelt lächelnd nach Hause kommen oder friedlich die letzte Nacht im Zelt verbringen. Hat geklappt. Bis nächstes Jahr.

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14 Jul 2008

splash! feiert seinen 11.

Author: holzkohle | Filed under: Live Reviews, Reviews

Vor drei Jahren hieß es noch: “I’m the brokest rapper you know”. Diese Zeiten dürften dank zwei erstklassigen Soloalben, zahlreichen Tourneen und dem daraus resultierenden Feature-Wahnsinn der Vergangenheit angehören. Zu Recht, schließlich kommt heute kaum ein ernst zunehmender (Indie)-Rap-Release ohne ein Sean P. Feature aus. Das Gütesiegel “Sean P.” haben auch die splash! -Macher erkannt und den sympathischen Kerl aus Brownsville/Brooklyn auf das diesjährige splash ! geladen. Kurz vor seiner Show im Samoa Tent stand er uns Rede und Antwort, um natürlich von seinen zahlreichen Projekten und seinen Plänen nach Album Nummer drei zu berichten, denn dann soll erst einmal Schluss sein mit Rappen.

RL:  Bist Du das erste mal auf dem Splash!-Festival?

Nein, ich bin im letzten Jahr bereits auf dem Indoor-Splash-Festival in Amsterdam (Melkweg) aufgetreten.
Das war zusammen mit Black Milk und Guilty Simpson.

RL:  Hast Du jemals ein so großes Festival wie dieses hier gespielt?

Die Frage musst Du mir nach der Show stellen, dann habe ich einen Überblick über die Größe. Vorher war ich schon auf dem HipHopKemp, welches auch recht groß ist. Hey, Jay-Z spielt heute Abend, von daher wird es schon das größte Festival dieser Art sein. Zu Schade, dass ich Ice Cube gestern verpasst habe.

RL:  Glaubst Du, dass Du heute Abend die Chance haben wirst Jay-Z persönlich zu begrüßen?

Nein, ich glaube eher nicht. Ehrlich gesagt, versuche ich Memphis Bleek zu treffen, wir sind wie eine Familie, verstehst Du!? Wir kannten uns schon lange vor diesem ganzen HipHop-Ding, also “Big Up Bleek!”

RL:  Du hast eine Menge Projekte in der Pipeline, wie ist der aktuelle Stand um die Kollabo mit Black Milk und Guilty Simpson?

Eins nach dem anderen: Am 30. September erscheint das neue Heltah Skeltah Album D.I.R.T. (Da Incredible Rap Team) und danach bekommt Ihr das Black Milk, Guilty Simpson und Sean P. Album. Die Crew heißt ‘Random Axe’, wir haben jedoch noch keinen finalen Albumtitel. Wir haben bisher 10-11 Songs aufgenommen und sobald ich wieder zurück in den Staaten werde ich noch ca. 3 Tracks einrappen. Im Anschluss daran erscheint mein neues Soloalbum ‘Mic Tyso’”, also haltet Ausschau.

RL:  Es heißt Du wirst auch ein Album mit Ill Bill veröffentlichen?!

Wir haben noch nichts aufgenommen. Zunächst gehen wir gemeinsam von September bis November auf große US-Tour und dort werden wir dann Pläne für das Album schmieden.

RL:  Du hast Heltah Skeltah angesprochen, wie steht es um Deinen Kollegen Rock? Anfang des Jahres hatte er gewissen Ärger mit dem Gesetz?

Ich würde nicht von Ärger sprechen, er wurde festgenommen. “Not guilty!”

RL:  Vor ca. einem Jahr hast Du gesagt, dass nach Deinem dritten Soloalbum Schluss ist mit Rappen. Stehst Du noch dazu?

Ich habe das auf “Jesus Price Superstar” gesagt, [fängt an zu Rappen]: “I’m back in the game, smackin ya brain, clappin them thangs, Accurate aim, snatchin your chain, get back on the train, Traffickin thangs, package a king, crack is the name, Sean is a rapper but rappin is lame, I QUIT!” Das habe ich gesagt und stehe dazu. Nach dem Ill Bill Projekt und ‘Mic Tyson’ bin ich erst einmal fertig. Ich werde das Mic nicht komplett an den Nägel hängen, aber das nächste Mal, dass Ihr ein Sean Price Album bekommt ist dann, wenn ich es persönlich möchte und nicht, weil ich gezwungen bin etwas zu veröffentlichen. Ich nehme mir einfach etwas mehr Zeit. Das ist alles.

RL:  Wirst Du Dich dann mehr auf deine A’n'R Tätigkeit bei Duck Down Records fokussieren?

Yeah, ich werde die Künstler zum Label bringen. Wir haben ja bereits Special Teamz, Kidz in The Hall, DJ Revolution, KRS-One, Ruste Juxx. Ich werde mich einfach intensiver beim Label einbringen, klassische Labelarbeit. Dru Ha fragte mich ernsthaft: “Was willst Du denn nach Deinem letzten Album machen?” Ich antwortete: “Einen regulären Job”. Dru Ha meinte: “Vergiss es, ich setze Dich bei Duck Down ein.”

RL:  Wie intensiv warst Du beim “Kidz in The Hall” Album involviert?

Ich hatte absolut nichts damit zu tun. Es war jedoch tatsächlich so, dass Sie mich für ein Feature auf dem Song “The Pledge” angefragt hatten. Letztlich hat dieses Feature sie zu Duck Down gebracht, Sie mochten das Team und so kam eins zum anderen. “Big Up an Naledge und Double-O”.

RL:  Ihr habt auf Duck Down erstaunlich viele Veteranen gesignt. Haltet Ihr auch nach jungen, hungrigen Künstlern Ausschau?

Nah, wir schätzen zwar junge Talente, aber sind independent. Um einen neuen, unbekannten Künstler groß heraus zu bringen und Ihm auch eine faire Chance zu gewähren, bedarf es vieler Marketing-Dollars und viel Zeit. Darum signen wir fast ausschließlich OGs. Diese haben bereits die Credibility und sind bekannt. Ich muss mich entscheiden, will ich meine Familie ernähren oder baue ich einen neuen Künstler auf. Von daher, “family first.”

RL:  Würdest Du Dich immer noch als “brokest rapper you know” bezeichnen?

Zum Teufel, Nein! Ich hatte ein verrücktes Jahr. Ich war der “brokest rapper you know” und nun bin ich der Rapper, dem das Finanzamt auf den Fersen ist.

RL:  Also hast Du Deiner Frau nun auch den Toyota Avalon gekauft?

Sie wollte Ihn haben, aber ich habe den nicht gekauft. Ich bin ein BMW-Fan, fahre einen 7er. “Underground rappers gotta have cars too, babe”.

RL:  Was hat es mit deinem Filmprojekt “The Stoop” auf sich?

Es geht um 4 Typen, ich spiele einen davon, der ständig nur auf der Treppe vor dem Haus (engl.: stoop) hockt und Gras vertickt. Ein anderer ist verrückt nach weißen Frauen. Wir haben einen Teil im Kasten, zurzeit sind die Dreharbeiten zwar unterbrochen, es wird aber weiter gehen.

RL:  Ist es eine Komödie oder etwa ein Action-Film?

Für wen hältst du mich, den schwarze Steven Seagal?!? Es wird eine Comedy, “straight to DVD”, kein Hollywood für mich, eher Holly-Hood. Ich halte mich für einen schlechten Schauspieler und muss noch einiges lernen. Für die US-Gefängnisserie “Oz” war ich dreimal zum Vorsprechen, bis sie mich raus geworfen haben. Es hat echt weh getan. Ich war mein ganzes Leben im Knast und die sagen mir, ich könne keinen Häftling spielen. Wenn du im Gefängnis warst und keinen Inhaftierten spielen kannst, dann bist du wirklich ein schlechter Schauspieler, aber ich arbeite daran.

RL:  Mit welchem Produzenten arbeitest Du am liebsten zusammen?

Khrysis! Ich liebe auch Black Milk, er hat jeden Song für ‘Random Axe’ produziert, aber – Khrysis ist mein “go-to-guy”. Wenn ich einen Banger brauche, dann rufe ich einfach Khrysis an. Die anderen haben auch Banger, aber da muss ich erst mehrere Songs durchskippen. Khrysis ist der einzige, der mir einen Beat schickt, den ich sofort mag. Mit 9th Wonder ist es ein anderes Arbeiten. Ich mag es direkt mit Ihm im Studio zu sein, für den Studio-Moment ist er unglaublich, er findet einfach den perfekten Vibe.

RL:  Guilty Simpson ist ein benadeter MC, herrscht da Competition beim Recorden?

Definitiv, er setzt mich unter Druck und spornt mich zu Höchstleistungen an. Auf ‘Random Axe’ klingen wir beide wie Brüder, aber wartet bis Ihr Black Milk zu hören bekommt. Vergesst das Produzieren, Black kann definitiv spitten.

RL:  Wer zeigt sich auf “Mic Tyson” für die Beats verantwortlich?

Die üblichen Verdächtigen: Khrysis, 9th Wonder, Black Milk. Ich habe auch Evidence (Dilated Peoples) dabei, der übrigens auch für das Heltah Skeltah Album produzieren wird. Alchemist ist auch dabei. Zudem freue ich mich auf die Beats von The Madd Rapper. Neben den Biggie Sachen von damals, hat er auch Black Robs Album produziert und ich bin ein großer Black Rob Fan.

RL:  Da Du des Öfteren schon in Europa zu Besuch warst – kennst Du deutsche Rapper?

Nein, nicht einen. Ehrlich gesagt, mag ich auch keinen HipHop, egal ob aus Deutschland oder den USA. Mein Sohn schon eher, ich höre aktuell zum Beispiel das neue Al Green Album, die alten Curtis Mayfield Songs. Jeder Rapper ist corny, außer ich!

RL:  Letzte Frage, was ist mit Ruste Juxx?

Sein Album kommt zwei Wochen nach dem Heltah Skeltah Album. Es ist das erste Album, das ich als ausführender Produzent betreut habe, quasi “Sean Price präsentiert Ruste Juxx”. Das Album ist dope, besser als meines.

RL:  Alles klar, danke fürs Interview!

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12 Jul 2008

Sean Price Interview 12.07.2008

Author: Benson | Filed under: Interviews