Den Ruf, den Blumio durch seine Rapperimitationen inne hat, wird er zu Lebzeiten wohl nicht mehr los. Doch auf seinem Debüt „Yellow Album“, das dieser Tage über sein eigenes Label Japsensoul erscheint, gibt es nichts dergleichen zu hören. Schlecht für die, die von Blumio erwarten, dass er erneut den Elmar Brandt des HipHops mimt. Gut für die, die Blumio als einen Stern am deutschen Rap-Himmel sehen und endlich mal einen ganzen Brocken an „richtigen“ Songs vom sympathischen Asiaten hören wollen.
Blumio ist sich all dieser Erwartungen höchstwahrscheinlich selbst bewußt. Denn was der junge Schützling von Don Tone auf dem 20-Tracks-starken Album an den Start bringt, ist durch die Bank überambitioniert und versucht ausnahmslos auf Teufel komm raus an jeder Stelle zu überzeugen. Jedes Lied ein anderes Thema, ein Gag soll dem nächsten folgen, Hooks sind bewußt auf Hit gebügelt und damit Blumio mehr Raum zum Scheinen hat, spielen Features so gut wie keine Rolle.
In „Udo Nirgens“ kritisiert Blumio Menschen der ersten und zweiten Generation, die HipHop nicht als die Kunstform, die sie ist, ansehen. In „Ich pups dich an“ erklärt er furzen zum neuen Hurensohn sagen. „Rosenkrieg“ ist ein durchaus grandioses Duett mit der entzückenden Zemine. Und „Antigewaltsong“ genau das, was einem der Name schon im Vorfeld verrät. Das Blumio, was Betonungen und Schreibstil angeht, des Öfteren mal an sidos Haustür anklopft, wird er wahrscheinlich selbst nicht bestreiten. Da hat der junge Blumio in seinen Jugendtagen wohl des Öfteren mal eine Sekte-Platte im Player gehabt?! Ach ja, hier, wie war das noch? Rapper immitieren.
Natürlich ist auf „Yellow Album“ nicht alles das Gelbe vom Ei. Vielleicht nehme ich es auch einfach zu ernst, doch irgendwie ist es albern erst einen Track, in dem Frauen auf ihre Brüste reduziert werden zu machen und dem dann einen Anti-Nazi-Song folgen zu lassen. Denn bei aller Ernstlosigkeit sollte man trotzdem konsequent bleiben. Apropos Anti-Nazi-Song: Der ist gar nicht mal so schlecht geraten. Anders, clever und nachvollziehbar. Warum sich dann also bitte selber Steine in den Weg legen?
Blumio kann, was er tut. Auf dem „Yellow Album“ weiß er durch zwei Hände voll Humor zu überzeugen, mit einer Prise Ehrlichkeit zu begeistern und durch bombige Don-Tone-Instrumentals seine Hörer an sich zu binden.
Wie ich das „Yellow Album“ letztendlich finde? Doch, ich find’s gut. Richtig gut. Hätte ich dem Japsen gar nicht zugetraut.