Eko Fresh, dass sind 10 Jahre im Game voller Erfolg, Missgunst, Peinlichkeiten und Streitereien. Als gehypter 16jähriger fing er damals an und ist als 26jähriges „gebranntes Kind“ zurück, um mit einem neuen Album allen Neidern zu beweisen, dass er eben doch mehr kann als Pop-Tracks schreiben.
„Es ist toll, Eko Fresh zu sein. Schließlich bin ich der medienkompatibelste Rapper des Landes, der es mit Talent und Können bis in die Mainstreammedien geschafft hat.“
Naja der zweifelhaft ruhmreiche Titel des medienkompatibelsten Rappers des Landes wird mittlerweile ja heftig umkämpft und einen definitiven Gewinner kann ich da noch nicht ausmachen. Mit Tracks wie „Königin der Nacht“ oder „Frei wie ein Vogel“ legt Ek die Messlatte aber ganz schön weit nach oben. Als jemand der die Charts jedoch nur bedingt genießen kann und noch nie „Hit 1“ an die 8878 geschickt hat, muss ich von solchen Kompositionen leider Abstand nehmen.
„Frei wie ein Vogel“ hätte er meiner Meinung nach auch für andere schreiben können und das Singen somit den Leuten überlassen die etwas davon verstehen. Zum Beispiel CJ Taylor. Hat ja bei „Heb ab“ auch gut funktioniert.
„Ich bin einfach nur im Reinen mit mir und das hat sich auch auf die Albumproduktion übertragen. Ich bin nicht mehr bloß ein Rapper, sondern über die Jahre zu einem richtigen Songwriter gereift. Und in das Lied „Königin der Nacht“ hab ich all das von mir reingelegt, was ich als Songwriter zu geben imstande bin.“
Offensichtlich war er bereit eine große Portion Dr. Alban in den Beat zu legen und vermischte das Ganze mit Schmalz, Butter und Jelly.
Besser sind da schon die „richtige“ Raptracks wie „Wieder Fresh“ (v.B.z.P.z. = vom Bordstein zur Punchline zurück), „G.D. Anthem“ mit Farid Bang oder „Widerstand“ mit Summer Cem, Farid Bang und Bass Sultan Hengzt, auch wenn ich auf den einen oder anderen Chorus gern verzichtet hätte. Die klingen doch manchmal eher wie nachträglich und auf Druck eingefügt.
Weiter nach unten geht es dann mit „Ek lass nach“: „Oh Schreck Oh Schreck der Ek ist weg wo hat er sich versteckt? Der frühe Vogel fängt den Wurm, er flattert nicht mehr weg. Das Plattenbiz will Ek, aber Eko ist jetzt Modezar. Was ich von euch hör’ ist leider nur so lala. Au revoir, bye bye, hasta la vista, ich steig in die Business-Class mit einem Wasserkanister.“ So eine Aneinanderreihung von nichtssagenden Reimen hab ich seit dem letzten Eko-Album nicht mehr gehört. Getoppt, im negativen Sinn, wird das Ganze nur noch durch „Ich komm krass“ ft. Stefan von Erkan & Stefan, zu dem mir mal gar nichts mehr einfällt außer : „Aua!“.
„Was kostet die Welt?“ oder wie ich es gern nenne „Wer hat Eko diesen dämlichen Zylinder aufgesetzt?“, ist die Ego-Fahrt von Ekrem Bora auf Albumlänge 2010. Nichts was man nicht schon in den vorherigen Veröffentlichungen gehört hätte. Nicht dabei sind ein Rezept für Yayla corbasi, oder ein Martin Rütter Feature, dafür haben Phat Crispy, Monroe und Serious Sam produziert. Ich würde entweder zur Instrumental LP greifen (als wenn es so etwas heute noch geben würde) oder das Ding im Regal stehen lassen.
